Philosophie
Sofort einsatzbereit
Eine gute Software sollte mit wenig Konfiguration und Einrichtung auskommen. WordPress ist so konzipiert, dass es in nicht mehr als fünf Minuten einsatzbereit und voll funktionsfähig ist. Du solltest dich nicht abmühen müssen, um die Standardfunktionen von WordPress zu nutzen.
Wir arbeiten hart daran, dass jede Veröffentlichung im Einklang mit dieser Philosophie steht. Wir fragen während der Einrichtung nach so wenigen technischen Details wie möglich und bieten gleichzeitig umfassende Erklärungen zu allem, wonach wir fragen.
Design für die Mehrheit
Viele Endanwender von WordPress sind nicht technisch versiert. Sie wissen weder, was AJAX ist, noch kümmern sie sich darum, welche Version von PHP sie verwenden. Der durchschnittliche WordPress-Benutzer möchte einfach ohne Probleme oder Unterbrechungen schreiben können. Dies sind die Benutzer, für die wir die Software entwickeln, da sie letztendlich diejenigen sind, die die meiste Zeit damit verbringen werden, die Software für das zu verwenden, wofür sie geschaffen wurde.
Entscheidungen statt Optionen
Wenn wir Entscheidungen treffen, sind das die Anwender, die wir zuerst in Betracht ziehen. Ein gutes Beispiel für diese Überlegung sind Software-Optionen. Jedes Mal, wenn du einem Anwender eine Option anbietest, forderst du ihn auf, eine Entscheidung zu treffen. Wenn ein Anwender sich nicht für die Option interessiert oder sie nicht versteht, führt dies letztendlich zu Frustration. Als Entwickler haben wir manchmal das Gefühl, dass es eine gute Sache ist, Optionen für alles anzubieten, denn man kann nie zu viele Möglichkeiten haben, richtig? Letzten Endes sind diese Wahlmöglichkeiten aber technischer Natur und für den durchschnittlichen Endanwender uninteressant. Es ist unsere Pflicht als Entwickler, kluge Designentscheidungen zu treffen und zu vermeiden, dass wir unseren Endanwendern die Last der technischen Auswahlmöglichkeiten aufbürden.
Aufgeräumt, schlank und effektiv
Der Core von WordPress wird immer eine solide Reihe von Grundfunktionen bieten. Er ist so konzipiert, dass er schlank und schnell ist und das wird auch immer so bleiben. Wir werden ständig gefragt, „wann wird Funktion X erstellt“ oder „warum ist Plugin X nicht in den Core integriert“. Als Faustregel gilt, dass der Core Funktionen bereitstellen sollte, die 80 % oder mehr der Endbenutzer tatsächlich schätzen und nutzen werden. Wenn die nächste Version von WordPress eine Funktion enthält, die die Mehrheit der Benutzer sofort abschalten will oder von der sie glaubt, dass sie sie nie benutzen wird, dann haben wir es vermasselt. Wenn wir uns an das 80-%-Prinzip halten, sollte das nicht passieren.
Das ist uns dank unseres leistungsstarken Theme- und Plugin-Systems sowie unserer fantastischen Entwickler-Community möglich. Unterschiedliche Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse und mit der schieren Menge an hochwertigen WordPress-Plugins und -Themes ermöglicht es Anwendern, ihre Installationen ganz nach ihren Bedürfnissen anpassen. Dadurch sollten alle Anwender die verbleibenden 20 % finden können und alle WordPress-Funktionen zu denen machen, die sie schätzen und nutzen.
Streben nach Einfachheit
Wir sind nie fertig mit der Vereinfachung. Wir wollen WordPress mit jeder einzelnen Veröffentlichung noch einfacher bedienbar machen. Wir können hier auf eine gute Erfolgsbilanz zurückblicken – falls du uns nicht glaubst, schau dir doch einfach einige ältere Versionen von WordPress an!
In den vergangenen Versionen haben wir große Schritte unternommen, um die Benutzerfreundlichkeit zu verbessern und um die Dinge letztendlich einfacher zu verständlich zu machen. Ein gutes Beispiel dafür sind die Aktualisierungen der Core-Software. Früher war die Aktualisierung eine mühsame manuelle Aufgabe, die für viele unserer Benutzer zu kompliziert war. Wir haben uns auf diese Aufgabe konzentriert und sie auf einen einzigen Klick vereinfacht. Jetzt kann jeder, der eine WordPress-Installation hat, mit einem Klick Upgrades sowohl für den Core von WordPress als auch für Plugins und Themes durchführen.
Wir lieben es, uns neuen Herausforderungen zu stellen und Aufgaben so zu vereinfachen, dass sie sich positiv auf das gesamte WordPress-Benutzererlebnis auswirken. Jede neue Version von WordPress sollte einfacher und angenehmer zu bedienen sein als die vorherige.
Fristen sind nicht willkürlich
Fristen sind nicht willkürlich, sie sind ein Versprechen, das wir uns selbst und unseren Nutzern geben und das uns hilft, die unzähligen Ideen und Möglichkeiten für jede neue Veröffentlichung einzugrenzen. Wir streben an, drei Hauptversionen pro Jahr zu veröffentlichen, weil wir durch Ausprobieren herausgefunden haben, dass das eine gute Balance zwischen der Integration toller Funktionen in jede Veröffentlichung und der Beibehaltung der Stabilität ist.
Gute Fristen führen fast immer dazu, dass man etwas bei einer Veröffentlichung auslässt. Das ist keine schlechte Sache, es ist das, wofür sie da sind.
Die Entscheidung, eine Veröffentlichung für noch eine weitere Funktion zu verzögern, ist ein Fass ohne Boden. Das haben wir einmal über ein Jahr lang gemacht und es war für niemanden angenehm.
Je häufiger und regelmäßiger die Veröffentlichungen sind, desto unwichtiger wird es, dass eine bestimmte Funktion in dieser Version enthalten ist. Wenn sie es nicht rechtzeitig in diese Version schafft, wird es nur ein paar Monate bis zur nächsten Veröffentlichung dauern. Wenn Veröffentlichungstermine unberechenbar oder wenige veröffentlicht werden oder die Termine weit auseinander liegen, entsteht mehr Druck, die Funktion in diese Version zu integrieren, da es zu lange bis zur Veröffentlichung der nächsten Version dauert. Verzögerung erzeugt Verzögerung.
Die Stimmen-Minderheit
Es gibt in der Netzkultur eine gute Faustregel, die als die 1-Prozent-Regelung bekannt ist. Sie besagt, dass „die Anzahl der Menschen, die Inhalte im Internet erstellen ungefähr einem Prozent (oder weniger) der Menschen entspricht, die diese Inhalte tatsächlich aufrufen“.
Auch wenn wir es für sehr wichtig halten, denjenigen zuzuhören und auf sie einzugehen, die in Foren Feedback geben und ihre Meinung äußern, stellen diese nur einen winzigen Bruchteil der Endanwender dar. Wenn wir Entscheidungen darüber treffen, wie wir mit zukünftigen Versionen von WordPress vorgehen wollen, versuchen wir, mehr von jenen Nutzern einzubeziehen, die sich online nicht so lautstark äußern. Dies tun wir, indem wir Nutzer auf WordCamps weltweit treffen und mit ihnen sprechen. So erhalten wir ein ausgewogeneres Verständnis und können letztendlich bessere Entscheidungen für alle treffen, um gemeinsam voranzukommen.
Unsere Grundrechtserklärung
WordPress ist unter der General Public License (GPLv2 oder neuer) lizenziert, die vier grundlegende Freiheiten bietet, die als das „Grundrechtserklärung“ von WordPress bezeichnet werden können:
- Die Freiheit, das Programm für jeden Zweck auszuführen.
- Die Freiheit, zu verstehen, wie das Programm funktioniert, und es so zu verändern, dass es das tut, was du willst.
- Die Freiheit zur Weitergabe.
- Die Freiheit, Kopien deiner modifizierten Versionen an andere weiterzugeben.
Zu diesen Lizenzbestimmungen gehören auch die Lizenzierung abgeleiteter Werke oder Dinge, die WordPress-Core-Funktionen (wie Themes, Plugins etc.) unter der GPL verknüpfen und damit die Freiheit der Nutzung auch für diese Werke weitergeben.
Natürlich gibt es immer wieder Leute, die versuchen, diese Grundsätze zu umgehen und die Freiheit ihrer Nutzer einzuschränken, indem sie nach Schlupflöchern suchen oder die Absicht der WordPress-Lizenzierung – nämlich die Nutzungsfreiheit zu gewährleisten – auf irgendeine Weise aushebeln. Wir sind davon überzeugt, dass die Community insgesamt diejenigen belohnen wird, die sich auf die Unterstützung dieser Lizenzfreiheiten konzentrieren, anstatt zu versuchen, sie zu umgehen.
Die WordPress-Community sollte nachdrücklich hervorheben, dass die Freiheiten in der GPL dazu beitragen, qualitativ hochwertige Software bereitzustellen.